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Lüneburg und Umgebung – ein illustriertes Reisehandbuch
-Stadt, Land und Leute
 

Willkommen in Lüneburg

Der 12. September 1980 war ein historischer Tag in der Stadtgeschichte Lüneburgs, denn da nahm die Bevölkerung im Fürstensaal des Rathauses Abschied vom einst wichtigsten Unternehmen der Stadt. Nach mehr als 1.000 Jahren musste die Saline, das Salzwerk, aus wirtschaftlichen Gründen seinen Betrieb einstellen.
 

Platz Am Sande in Lüneburg

In der Altstadt von Lüneburg

Heute präsentiert sich Lüneburg als eine der schönsten Städte Deutschlands. Zwar gab sie der Heide ihren Namen, profitiert aber nicht nur von der Nähe zur Lüneburger Heide sondern auch zur Elbe. Sie bietet heute mehr als romantische Giebel aus Gotik, Renaissance und Barock, denn rund 11.000 Studenten verleihen ihr ein jugendliches Flair mit einem großen kulturellen Angebot, wozu Theater, Kinos, Kleinkunst, viele Sonderveranstaltungen im Laufe des Jahres, Kneipen, Diskotheken und Restaurants aller Art gehören.
 

Berühmte Persönlichkeiten haben die Stadt in der Vergangenheit besucht oder hier kurzzeitig gelebt. Dazu gehört Johann Sebastian Bach, der in Lüneburg vom Frühjahr 1700 für 2 Jahre als Jugendlicher lebte und hier wesentliche Anregungen für sein späteres Schaffen bekam. Lüneburg ist aber auch die Heimat eines Komponisten, dessen Werke bekannter sind als sein Name. Gemeint ist Johann Abraham Peter Schulz, dessen Geburtshaus in der Waagestraße liegt und der die bekannte Melodien >Der Mond ist aufgegangen< und >Ihr Kinderlein kommet< komponiert hat. Auch die Eltern von Heinrich Heine lebten hier von 1822 bis 1828, und so kam auch ihr Sprössling nach Lüneburg zu Besuch. Sein vernichtendes Urteil lautete damals >Ich bin jetzt wieder in Lüneburg, in der Residenz der Langeweile. Bildung ist hier gar keine, ich glaube, auf dem Rathaus steht ein Kulturableiter. Aber die Menschen sind nicht so schlimm<. Auch Hans Christian Andersen, Dänemarks Märchendichter besuchte 1831 die Stadt und fand sie wohl auch langweilig. So hielt er in seinem Tagebuch fest >Es war gegen 11 Uhr, alles in dieser merkwürdigen alten Stadt, die mir so fremd erschien, war still....<. Der 1866 geborene Heimatdichter Hermann Löns empfahl dagegen einen Besuch von Lüneburg und gab folgenden Rat >Wenn ihr des Schaffners Ruf hört: „Lüneburg, zwei Minuten, dann nehmt Reisetasche und Schirm, springt hinaus aus dem Abteil, überschlagt einen oder zwei Züge... und seht euch die schöne alte Stadt an<.
 

Mit 1.400 Baudenkmälern aus dem Mittelalter ist Lüneburg wahrlich heute eine Schatztruhe des Mittelalters, und alles verdanken wir ihrem früheren Reichtum durch das Salz. Der Salzstock unter der Altstadt wurde schon im 9. Jahrhundert entdeckt. Auch wenn das Salzwerk vermutlich älter ist, wurde es erstmals 956 erwähnt. Damals verfügte König Otto I., dass der für das verkaufte Salz zu zahlende Zoll an das Kloster St. Michaelis auf dem Kalkberg abzuführen sei. Salz bedeutete damals Reichtum. Das >weiße Gold< wurde weniger zur Geschmacksverfeinerung von Speisen verwendet sondern war im Mittelalter das einzige verfügbare Konservierungsmittel für Lebensmittel. Auch zum Gerben von Häuten, zum Buttern oder für Salzglasuren wurde es genutzt. Die Salzgewinnung und der Salzhandel brachte Lüneburg einen enormen Reichtum. Zur Spitzenzeit waren mit der Salzgewinnung etwa 1000 >Sülzer< beschäftigt, um jährlich bis zu 25.000 t Salz zu produzieren. Der Kalkberg ist das Zentrum eines Salzstocks von 1,2 qkm, der bis in eine Tiefe von 400m reicht. Die aus diesem Salzstock quellende Sole, also Salzwasserquellen, wurde an die Oberfläche geholt, in einem Solebrunnen gesammelt und in 54 Siedehäuser geleitet, wo man die Sole in bis zu 216 Pfannen verkochte. Zum Befeuern der Siedepfannen benötigte man viel Holz, und das gab es vor der Haustür in der Lüneburger Heide. Die wies damals noch einen dichten Buchen- und Eichenbestand auf und kaum Heideflächen. Auch für Schiffe und Häuser benötigte man Holz, und so verödete die einstige Waldlandschaft, und das Heidekraut breitete sich immer weiter aus. Zur Blütezeit des Salzwerkes waren etwa 15% der damals etwa 14.000 Einwohner von Lüneburg direkt vom Salz abhängig. Es war damals die größte Saline Deutschlands, und in der zweitgrößten in Halle an der Saale produzierte man nur 5 – 15.000 t Salz jährlich. Hauptnutznießer der Saline waren die >Sülfmeister<, die Siedeberechtigten, die das Salz von ihren Arbeitern herstellen ließen. Ihre Macht war so groß, dass sie von der zweiten Hälfte des 14. Jh. bis 1619 allein im Rat der Stadt saßen. Erste Absatzprobleme gab es dann im 17. Jahrhundert, und eine Betriebsreform 1799 brachte auch nur eine kurze Erholung. Die Lüneburger Saline sah sich einer immer stärkeren, internationalen Konkurrenz gegenüber, wurde in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts von einem niederländischen Konzern übernommen und stellte 1980 endgültig ihren Betrieb ein. Durch den Salzabbau und der Jahrhunderte langen Abpumpung der Sole, kam es schon früh zu Senkungserscheinungen. Der erste Erdeinbruch datiert aus 1013, und prominente Senkungsopfer waren 1962 die Grundschule am Graalwall sowie 1972 das Hauptpostamt am Marienplatz. In der westlichen Altstadt wurden dann zwischen 1950 und 1980 fast 180 Häuser mit über 600 Wohnungen abgerissen. Hintergrund war aber auch, dieses Stadtgebiet zu sanieren und als städtebauliches Kleinod zu erhalten. Die Schließung des Solewerkes sorgte damals für viel Diskussionsstoff in der Stadt, und nur wenige dachten daran, eines der größten vorindustriellen Betriebe Europas in einem Museum weiter leben zu lassen. So eröffnete das >Deutsche Salzmuseum< auch erst 1989, wurde schnell ein Publikumsmagnet und erhielt bereits 1991 den Museumspreis des Europaparlaments. In diesem Museum kann der Besucher noch heute die früheren Arbeitsbedingungen anschaulich nachvollziehen, und wer die Sole hautnah spüren möchte, der besucht heute das beliebte Thermalbad SaLü. Dort findet man eine Badelandschaft mit Saunen, Wellenbad, Riesenrutsche, Solebad und Wellnessbereiche. Im angrenzenden Kurpark kann man am Gradierwerk die mit Sole angereicherte Luft inhalieren oder in der Wandelhalle dieses Naturgetränk genießen.
 

Alte Kanone auf dem Kalkberg in Lüneburg

Nordseite vom Platz am Sande in Lüneburg.

Tausende von Besuchern bestaunen alljährlich die Schätze der Stadt, darunter das Rathaus, eines der ältesten und schönsten Deutschlands mit einer Gerichtslaube von 1330, dem Fürstensaal vom 15. Jahrhundert und die Große Ratsstube, einer der bedeutendsten Renaissance-Säle überhaupt. Dazu gehören natürlich auch die Hauptkirche St. Johannis am Platz >Am Sande< mit dem schönsten Giebelensemble Norddeutschlands, das Wasserviertel, die Kirchen St. Nicolai und St. Michaelis, das Kloster Lüne oder eines der vielen Museen, Ausstellungen und Galerien. Etliche der denkmalgeschützten Gebäude in der Innenstadt mit ihren einzigartigen Giebeln verdanken wir den schon erwähnten >Sülfmeistern<. Im Mittelalter gab es etwa 30 Sülfmeister-Familien, die durch das Salz so reich wie ein Graf waren. Ihre soziale Stellung zeigten sie gerne, indem sie ihren Besitz so prunkvoll wie möglich gestalteten. Er sollte sich von den Nachbargebäuden abheben und diese möglichst übertreffen. Die Nähe zu Rathaus oder den großen Kirchen war gewollt, um der weltlichen bzw. geistigen Herrschaft den eigenen Glanz zu zeigen.

Lüneburg war im Laufe der Geschichte aber für lange Zeit auch eine der großen deutschen Garnisonsstädte. Die 1935 für die deutsche Wehrmacht erbaute Scharnhorstkaserne wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges zunächst von den Briten genutzt und 1958 an die Bundeswehr übergeben. Diese unterhielt in Lüneburg gleich drei Kasernen zuzüglich einer BGS-Kaserne. Im Zuge von Truppenreduzierung und –verlegung wurde 1991 die Scharnhorst-Kaserne geräumt. Heute sind nur noch Soldaten in der Theodor-Körner-Kaserne stationiert. Im Nachhinein erwies es sich als Glücksgriff, dass die damalige aus allen Nähten platzende Hochschule von 1994 bis 1996 komplett in die frei gewordene Scharnhorst-Kaserne übersiedelte. Tatsächlich hat sich die Hochschule nach ihrem Ausbau zur Campus-Universität als >weißes Gold der Neuzeit< entpuppt. Der damals durch abwandernde Soldaten befürchtete Kaufkraftverlust wurde mehr als aufgefangen. Die Universität ist heute ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt, und rund 11.000 Studenten lassen zusätzliche Finanzmittel in die Stadt und Region fließen. Sie wird heute als Modelluniversität im Bologna-Prozess geführt und entstand durch die Fusion der bisherigen Universität mit der Fachhochschule Nordostniedersachsen zum 1. 1. 2005. Mit zukunftsweisenden Studiengängen bietet die Universität aber auch den ansässigen Firmen die Möglichkeit qualifiziertes Personal vor Ort zu finden. Die Studenten verhelfen der Stadt zu einem jugendlichen Flair, zu einer einmaligen Kneipendichte, die hinter Madrid die zweithöchste Europas ist und zu einem kulturellen Angebot, das viele andere größere Städte nicht bieten.
 

Eine andere Kaserne wurde in ein modernes Dienstleistungszentrum umgewandelt, den >Lünepark<, heute ein Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie. Relativ neu ist dagegen noch das im Dezember 2000 gegründete >e.novum<, ein Innovations- und Gründerzentrum, in der Absolventen der Universität ihre neue Ideen als Existenzgründer umsetzen können. In der Schlieffen-Kaserne schließlich entsteht das Behördenzentrum Ost. Große Bedeutung hat in Lüneburg auch die Lebensmittel-Branche mit über 3.000 Beschäftigten. Dazu gehören das Stammwerk des DE-VAU-GE Gesundkostwerkes mit den Markenartikeln >granoVita< im Bereich der Reformkost und einer großen Palette von Frühstückscerealien, die Firma PICKENPACK Tiefkühlgesellschaft mit der Marke >Packfisch< und die Molkerei Lüneburg, heute Nestle Milchfrischprodukte und der weithin bekannten Marke >Lünebest<. Auch die Textilbranche ist vertreten, u. a. mit der Lucia-Strickwarenfabrik oder Roy Robson mit seiner Herrenkonfektion. Die verschiedenen Industriegebiete liegen überwiegend am Stadtrand, sodass der Besucher kaum etwas davon mitbekommt und sind verkehrsgünstig erschlossen.
 

Auch im Verwaltungs- und Behördenbereich hat Lüneburg eine große Bedeutung. Als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Nordost-Niedersachsen sitzen hier die in Auflösung befindliche Bezirksregierung, wobei auch danach Lüneburg ein wichtiger Behördenstandort bleibt, die Kreisverwaltung, die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die Handwerkskammer Lüneburg-Stade sowie mehrere Gerichte, namentlich das Oberverwaltungs- und Verwaltungsgericht, das Land- und Amtsgericht sowie das Arbeits- und Sozialgericht.

Als anerkanntes Oberzentrum bietet Lüneburg Autobahnanschluss über die A 250, ist Bahnknotenpunkt und Haltepunkt von IC-Zügen, hat einen Hafen am Elbe-Seitenkanal und einen kleinen Flugplatz. Jüngst diskutieren Bevölkerung und Politik die Trassenführung der A 39, die den Autobahn-Anschluss nach Uelzen, Wolfsburg und Magdeburg bringen soll.

Mit der benachbarten fast 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde Adendorf (5 km nordöstlich) ist Lüneburg vollständig zusammen gewachsen. Sie hat sich einen Namen als überregionales Sport- und Freizeitzentrum gemacht, denn dort findet man in der Sportmeile am Scharnebecker Weg Freibad, Sauna mit Fitnesszentrum, Eissporthalle, Golfplatz und das Kinderspielparadies Kindertobeland. In Adendorf befindet sich aber auch das älteste kirchliche Gebäude des Landkreise Lüneburg, die Johanneskapelle von 1258.
 

Als Sitz des Landkreises ist Lüneburg natürlich das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der gesamten Region. Mit einer Fläche von 172.207 Einwohnern (2003) auf 1.323 qkm ist es ein eher dünn besiedeltes Gebiet, das von der Elbe bis zur Lüneburger Heide reicht. Als Besonderheit gehört zum Landkreis ein altes Stück >DDR<, denn die Gemeinde Amt Neuhaus kam nach der Wiedervereinigung durch Staatsvertrag der Länder Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern aufgrund alter historischer Beziehungen wieder zum Landkreis Lüneburg.

Lüneburg bietet aber auch eine hohe Wohnqualität mit viel Grünzonen und ein Umland, das zu vielen Ausflügen lockt. Der Aktive findet eine großes Radwegenetz, kann wandern, reiten oder Bootstouren auf der Ilmenau unternehmen. Aber auch die in diesem Reisehandbuch beschriebenen Städte und Ortschaften in der Umgebung von Lüneburg bieten zahlreiche Attraktivitäten und sind nicht nur ein lohnendes Ausflugsziel von Lüneburg sondern eignen sich genauso für einen Urlaubsaufenthalt.
 

Häuserfassade Am Stintmarkt, das alte Hafenviertel von Lüneburg

Das Rathaus am Marktplatz von Lüneburg.

Modelluniversität Lüneburg
 

Die heutige Modelluniversität im Bologna-Prozess entstand am 1. Januar 2005 durch Fusion der alten Universität mit der Fachhochschule Nordostniedersachsen. Wenngleich es heute 3 Standorte im Stadtgebiet gibt, ist der Hauptsitz das ehemalige Gelände der Scharnhorst-Kaserne und auch eine Sehenswürdigkeit für Touristen.
Die Universitätsgeschichte begann 1946 mit der Gründung der Pädagogischen Hochschule, die 1969 eine Abteilung der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen und 1978 in die wissenschaftliche Hochschule Lüneburg umgewandelt wurde. Im Mai 1989 erfolgte die Ernennung zur Universität. 1991 wurde die damalige Scharnhorst-Kaserne geschlossen, und von 1994 bis 1996 übersiedelte die Universität auf das Gelände der früheren Kaserne. Gab es vorher 17 Standorte im Stadtgebiet, entstand in der Folgezeit auf dem rund 15 ha großen, teilweise parkartigen Gelände eine moderne Campus-Universität, die sich wegen ihrer Überschaubarkeit sowie des harmonischen Nebeneinanders von alten Backsteinbauten und zukunftsweisender Architektur großer Beliebtheit erfreute. Während der EXPOO 2000 war die Universität als Außenstandort der Weltausstellung Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Das ehemalige EXPOO-Besucherzentrum wird heute als Campus-Center genutzt. Zum 1. Januar 2003 ging die Trägerschaft in eine Stiftung öffentlichen Rechts über.
 

Die ursprünglich eigenständige Fachhochschule Nordostniedersachsen entstand 1971 durch Zusammenlegung der Staatlichen Ingenieursakademie für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik in Suderburg und der Staatlichen Ingenieursakademie für Bauwesen in Buxtehude. Sitz war zunächst Buxtehude. 1978 wurden die Fachbereiche Sozialwesen und Wirtschaft in Lüneburg eingerichtet und der Sitz 1981 nach Lüneburg verlegt. 1992 kam der Studiengang Automatisierungstechnik hinzu, 1994 Wirtschaftsrecht und 1999 Wirtschaftspsychologie. Zuletzt bot die Fachhochschule in acht Fachbereichen elf Grund- und neun weiterbildende Studiengänge an.
Im Rahmen eines Hochschuloptimierungskonzeptes wurden beide Hochschulen zum 1. Januar 2005 zu einer Modelluniversität zusammengeführt. Diese wird ein flächendeckendes Angebot von Bachelor- und Masterstudiengänge bieten, das die bisherigen Studienabschlüsse ersetzt und die internationale Ausrichtung unterstreicht. Die erfolgreichen Studienangebote beider Hochschulen werden bis zum Wintersemester 2006/7 in moderner Form wieder entstehen und zwar in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Bildung, Soziales, Technik, Wasser und Boden.
Auf dem Campus-Gelände liegt auch die Universitätsbibliothek mit einem Bestand von rund 350.000 Bänden und 900 laufenden Zeitschriften. Sie steht auch Nichtstudierenden offen.
 

Universitätsbibliothek, Scharnhorststr. 1 (21335), Tel. 78-11 00, Fax 78-11 11,
 
www.uni-lueneburg.de, Ausleihe Mo – Do 9 – 20 Uhr (in der vorlesungsfreien Zeit bis 19 Uhr),
Fr 9 – 17 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr (nur während der Vorlesungszeit),
Fernleihe Mo, Di + Do 9 – 16 Uhr sowie Di + Fr 9 – 12 Uhr.

Viel besucht ist auch die VAMOS! Kulturhalle auf dem Universitätsgelände, das Kultur- und Kommunikationszentrum mit dem längsten Tresen Lüneburgs und Veranstaltungsort zahlreicher Events.
 

Universität Lüneburg,
Stiftung des öffentlichen Rechts
Scharnhorststr. 1 (21335), Verwaltungssitz im Gebäude 10, Postanschrift mit PLZ 21332, Tel. 78-0, Fax 78-10 91,
www.uni-lueneburg.de

Weitere Außenstellen im Stadtgebiet Volgershall 1 und Rotes Feld (Rotenbleicher Weg 6 sowie Wilschenbrucher Weg 69 und 84)

 

Freizeit, Kultur und Unterhaltung

In Lüneburg hat man wahrlich die Qual der Wahl, wenn man etwas unternehmen möchte. Im Informationsteil dieses Reisehandbuchs findet sich dazu ein ausführliches Adressenverzeichnis, unterteilt in Rubriken, mit weiteren Angaben.
Die meisten der verschiedenen Sehenswürdigkeiten (Museen, Ausstellungen, Kirchen und historische Gebäude) werden im Rahmen der beiden Teil-Stadtrundgänge unter >Stadtbummel Lüneburg< beschrieben. Wer eine Stadtbesichtigung aber nicht auf eigene Faust unternehmen möchte, kann sich auch einem Rundgang mit Stadtführer/in anschließen. Stadtführung für Einzelpersonen (ohne Rathaus-Innenbesichtigung) ca. 1,5 Std. ab Tourist-Information im Rathaus, Mai – Okt täglich 11 Uhr, Sa zusätzlich 14 Uhr, Nov – Apr Sa 11 Uhr
Für Gruppen werden verschiedene Touren, auch in Fremdsprachen und Plattdeutsch, angeboten:
Klassischer Rundgang (1, 5 Std., mit Rathaus-Innenbesichtigung 2 Std.)
Besuch einer Kirche, Rathaus von außen, Hafenviertel mit Kran und Stint
Romantischer Stadtrundgang durch das Senkungsgebiet (1,5 Std.)
Durch den ruhigeren, besinnlichen Teil der Stadt, wo die Folgen des Salzabbaus zu sehen sind
Der Große Rundgang (2,5 Std.)
Kombination von Klassischem und Romantischem Stadtrundgang
Führung durch die gotischen Kirchen (2 Std.)
Besuch der großen Kirchen St. Johannis, St. Nicolai und St. Michaelis
Der Salzige Stadtrundgang (2,5 Std.)
Auf den Spuren des Salzes mit Besuch vom Salzmuseum
Rundgang im historischen Kostüm (1, 5 Std.)
Stadtführung in Renaissance-Kostümen
Abendlicher Rundgang (1,5 Std.)
Lüneburg im Laternenschein, Führung in zünftigen Kostümen
Der Nachtwächter und seine Frau (2 Std.)
Gemeinsame abendliche Führung zu den schönsten Ecken der Stadt
Rundgang für Kinder (1 Std.)
Kindgerechter klassischer Rundgang für Kinder bis zu 10 Jahren, endet auf Wunsch am Spielplatz Liebensgrund
Erlebnisführung Berühmte Lüneburger (2 Std.)
Rundgang zu den Stätten berühmter Lüneburger Persönlichkeiten wie Heinrich Heine und Johann Sebastian Bach
Info + Buchung: Tourist-Information im Rathaus, Tel. 207 66-20, Fax 207 66-44
Alternativ kann man Lüneburg auch mittels Pferdekutsche erkunden. Die Rundfahrt führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt und dauert ca. 75 Min.
Reguläre Touren in der Saison Di, Do + Fr 11.30, 13 und 14.30 Uhr ab Rathaus/Waagestraße
Info + Buchung (auch für Gruppen-Sonderfahrten): Andreas Gensch, Am Bahndamm 15, 21358 Mechtersen, Tel. 04178- 85 42 oder 0172-429 04 02, Fax 04178-86 56,
www.erlebnis-kutschfahrten.de
Äußerst beliebt ist natürlich auch eine Besichtigung des Rathauses mit seinen mittelalterlichen Räumlichkeiten.
Führungen für Einzelpersonen: Apr – Dez 10, 11.30, 13, 14.30 und 15.30 Uhr, Jan – Mär 10, 11.30, 13.30 und 15 Uhr, Gruppenführungen nach Vereinbarung, Anmeldung unter Tel. 309 – 230, Fax 309 – 118, eMail cornelia.herrmann@stadt.lueneburg.de

Lüneburg, Kreidebergsee

Lüneburg, Markt mit Luna-Brunnen

Obwohl Lüneburg keine Großstadt ist, hat es der Vergnügungssüchtige nicht leicht. Kulinarisch bieten die Restaurants der Stadt von einfach bis gehoben, von regionalen Spezialitäten bis zur internationalen Küche eine breite Palette. Darüber hinaus findet man nicht zuletzt durch das studentische Leben über 350 Kneipen und damit die zweithöchste Kneipendichte Europas nach Madrid. An warmen Sommertagen fühlt man sich im Hafenviertel >Am Stintmarkt<, in der >Schröderstraße< oder am Platz >Am Sande< nach Italien versetzt. Viele Lokalitäten bieten zeitweise Livemusik an. Jüngere Semester erfreuen sich mehrerer Diskotheken und natürlich der VAMOS! Kulturhalle auf dem Universitätsgelände, deren Partys unter den Studenten legendär sind. Selbst ein Rotlichtviertel fehlt nicht, und mancher Student soll dort schon einem seiner Dozenten begegnet sein, der sich dort selbstverständlich nur zu Recherchezwecken für seine Vorträge in Soziologie aufhielt. Mehrere Theater, Kinos, Konzerte in Kirchen und anderen Veranstaltungsstätten, Jazz-Musik, Kleinkunstvorführungen und mehr runden das abendliche Angebot ab. Speziell das Stadttheater versucht, möglichst viele Bereiche abzudecken. So werden nicht nur Theaterstücke aller Stilrichtungen aufgeführt sondern auch Operetten, Ballet und Oper. Daneben gibt es eine große Anzahl von Amateurbühnen, die ebenfalls regelmäßig Aufführungen anbieten.
Über das ganze Jahr verteilt finden in Lüneburg aber auch sehr viele Sonderveranstaltungen statt, die natürlich ein besonderer Anlass sind, Lüneburg gerade dann einen Besuch abzustatten. Einige beliebte und regelmäßig stattfindende Veranstaltungen werden nachfolgend kurz vorgestellt:

Ende April findet auf dem Festplatz >Sülzwiesen< der

Frühjahrsmarkt in Lüneburg

statt. Den Besucher erwartet ein bunter Jahrmarkt, von der Waffelbäckerei über den Autoscooter und diversen Fachgeschäften bis zum Riesenrad hin. An einem Samstag Anfang Mai lockt die

Lüneburger Museumsnacht.

Per Kutsche geht es durch die mittelalterlichen Gassen von einem Museum zum anderen. Unterhaltung, Spezialitäten, Gesang, Tanz und mehr warten auf die Besucher in den Museen selbst. Mitte Juni sind die Straßen und Plätze der Innenstadt Austragungsort des

Stadtfestes Lüneburg,

bei dem es auf mehr als 10 Bühnen ein Liveprogramm mit Musik, Sport und Tanz gibt. An einem Samstag in der 2. Juli-Hälfte stehen schließlich die >Kleinen< im Mittelpunkt, und zwar auf dem

Lüneburger Kinderfest.

Stattfinden tut es in der gesamten Innenstadt, und der Platz >Am Sande< verwandelt sich dann in einen riesigen Spielplatz für Kinder. Wer es nicht zum Oktoberfest nach München schafft, kann auch in Lüneburg feiern. Das

Bayerische Oktoberfest Lüneburg

findet in der 1. Septemberhälfte auf den Sülzwiesen statt. Fahrgeschäfte und süße Leckereien warten auf die Besucher, und im Festzelt für 2.800 Gäste ist für Speis und Trank bei fröhlicher Musik gesorgt. Anfang Oktober feiert Lüneburg dann für drei Tage sein größtes Fest , die

Lüneburger Sülfmeistertage,

auch bekannt als >Kopefest< (Infos unter www.suelfmeistertage.de). Es wurde bereits 1472 erstmalig erwähnt. Dazu gehören wilde Wettkämpfe, Musik, Tanz, Theater und ein grandioser Festumzug mit über 80 Gruppen und über 1.500 Mitwirkende. An einem Samstag Mitte November findet die

Lüneburger Nacht der Clubs

statt, die immer wieder Musik- und Kneipenfreunde begeistert. Das Musikprogramm wird jedem Geschmack gerecht, und über 20 Kneipen und andere Gastronomiebetriebe laden zu einer musikalischen Entdeckungsreise ein. Alljährlicher Höhepunkt der Vorweihnachtszeit ist der

Weihnachtsmarkt

unter dem Motto >Giebel erstrahlen im Licht<. Er findet von Ende November bis vor Weihnachten statt. Der Markt und die Fußgängerzone verwandeln sich dann in eine Märchenwelt, und die Giebel der historischen Häuser erstrahlen im festlichen Glanz. Der Markt vor dem historischen Rathaus ist immer von 10 – 19 Uhr geöffnet. Um 16 Uhr kommt der Weihnachtsmann und verteilt Geschenke an die Kinder. Anschließend, um 16.45 Uhr, erklingen Chöre und Trompetenspieler mit weihnachtlichen Melodien aus dem Rathaus. Ein weiteres vorweihnachtliches Juwel ist der am 1. Dezember-Wochenende stattfindende

Historischer Christmarkt

rund um die Michaeliskirche. Handwerker und Händler bieten dann in Holzbuden und in Trachten des 16. Jahrhunderts ihre Produkte an. Ein musikalischer Höhepunkt ist der Auftritt des Knabenchors der Michaeliskirche, der dann Weihnachtslieder vorsingt.
 

Lüneburg bietet aber noch viel mehr Aktivitäten. Nicht nur an Schlechtwettertagen warten auf den Lesehungrigen etliche Bibliotheken, darunter die sehenswerte in einem ehemaligen Franziskanerkloster untergebrachte Ratsbücherei. Auch Kegel- und Bowlingbahnen wollen genutzt werden. Badefreuden kann man dagegen nicht nur in der Salztherme Lüneburg (SaLü), im angeschlossenen Hallenbad sondern auch in den Freibädern Hagen und Adendorf genießen. Reichhaltige Sportangebote bieten der MTV Treubund Lüneburg von 1848 e. V. , der VfL Lüneburg e. V. und die Sportmeile in Adendorf, wo man auch den nächsten Golfplatz findet.

Wer gerne die frische Luft genießt, findet in Lüneburg zahlreiche Grünzonen. Beliebt sind u. a. das Areal um den Kreidebergsee nördlich des Stadtzentrums, im Süden Kurpark und Tiergarten sowie Spaziergänge entlang der alten Landwehr am Stadtrand. Radfreunde finden in der Umgebung ein riesiges überwiegend ausgeschildertes Radwegenetz sowie im hinteren Buchteil einige Tourenvorschläge und im Infoteil auch Adressen, wo man sich ein Fahrrad leihen kann. Wer nicht gern alleine radelt, der kann sich auch einer vom ADFC organisierten Radtour anschließen.

Info: ADFC, Katzenstr. 2 (21335), Tel. 478 23, Fax 475 12, www.adfc-lueneburg.de

Die Umgebung von Lüneburg bietet viel ursprüngliche Natur, und so kommen auch Wanderfreunde auf ihre Kosten. Sie finden schöne Wanderstrecken in der Lüneburger Heide, entlang der Elbe oder im ursprünglichen großen Waldgebiet der Göhrde. Einige Tourentipps finden sich ebenfalls im hinteren Teil des Buches. Auf der Ilmenau, dem Elbe-Seiten-Kanal und der Elbe werden Ausflugsfahrten per Schiff angeboten. Ilmenau, Neetze und Luhe können aber auch mit dem eigenen oder Leihboot erkundet werden. Reitfreunde schließlich finden im Umland ein attraktives Reitwegenetz und auch entsprechende Übernachtungsmöglichkeiten.
 

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